17.08.2011
Getmold / Osnabrück / Hockenheim
Engelbrecht Lasertechnik gibt dem IRTe Gestalt
Zum Autorennen gehören röhrende Motoren – heißt es. Aber es gibt junge Ingenieure, die an der Entwicklung von schnellen Autos arbeiten, die gleichzeitig flüsterleise sind. An dem wegweisenden Projekt der Hochschule Osnabrück zur Entwicklung von Elektro-Rennwagen ist die Engelbrecht Lasertechnik GmbH maßgeblich beteiligt. Der Praxistest erfolgt alljährlich auf dem Hockenheimring bei der „Formula Student Germany“ (FSG), einem internationalen Konstruktionswettbewerb für Studenten.
Die Engelbrecht Lasertechnik GmbH, Spezialist für die Be- und Verarbeitung von Blechen mit Sitz in Pr. Oldendorf-Getmold, steht seit vielen Jahren dem Ignition Racing Team (IRT) der Hochschule Osnabrück ganz praktisch und mit Know-How zur Seite. „Das Ignition Racing Team ist froh über diese unverzichtbare Unterstützung des wichtigsten Sponsors für die Rahmenfertigung“, betont der angehende Ingenieur André Duwendag, der das Ressort Sponsoring betreut. Und weist auf eine kleine, aber entscheidende Neuerung hin: Das Team-Kürzel wurde um ein „e“ für „electric“ erweitert – Hinweis auf die neue Ausrichtung des Teams. Aber ob Verbrennungs- oder Elektromotor: Ohne einen ebenso belastungsfähigen wie leichten Rahmen ist ein Rennwagen eben nur ein „halber Rennwagen“.
Genau dieses hochwertige Element wurde bei der Engelbrecht Lasertechnik GmbH gefertigt. Zunächst konstruierten zwei Studenten den Gitterrohrrahmen und berechneten seine Festigkeit. Mit den dabei für die einzelnen Rohre und Halter errechneten CAD-Daten wurden dann alle Rahmenteile auf den hochmodernen Laseranlagen bei Engelbrecht zugeschnitten. Die Studenten holten die Rohre und Halter selbst in Getmold ab, um sich bei der Firmenleitung und bei Ansprechpartner Tobias Jahnke für die schnelle und kompetente Unterstützung zu bedanken.
In der anschließenden Fertigungsphase wurden die 116 Rohre und über 100 Halter am Rahmen und im ganzen Fahrzeug verbaut. Dabei war vor allem die Passgenauigkeit der Rohre mit Laserschnitt sehr beeindruckend. So konnten alle bei Engelbrecht gelaserten Rohre ohne nennenswerte Anpassungsarbeiten direkt im Rahmen verbaut werden, was eine enorme Zeitersparnis bedeutete.
Mit dem großartigen Erfolg beim Praxistest 2010 auf dem Hockenheimring im Nacken – Platz 13 unter 90 gestarteten Mannschaften – setzten sich die Osnabrücker Studenten ein neues, höchst ehrgeiziges Ziel: Die Konstruktion eines Rennwagens mit Elektromotor, mit dem man in der neu geschaffenen Klasse für Elektro-Fahrzeuge starten wollte. Man schaffte es zwar, einen fertigen E-Boliden zum Rennwochenende nach Hockenheim zu schicken. Doch war das Ergebnis ernüchternd. Das IRTe-Team belegte nach Absolvierung der statischen Disziplinen (Business-Plan, Cost-Report, Design/Engineering-Report) Platz 21 in der Gesamtwertung; nur sieben von 28 Wagen kamen überhaupt ins Ziel. Trotz dieser Enttäuschung wollen die angehenden Ingenieure im nächsten Jahr ein konkurrenzfähiges und standfestes E-Fahrzeug auf die Rennstrecke schicken. Dafür braucht man u.a. ein vereinfachtes und gewichtsoptimiertes Gesamtpaket, das man wieder mit Hilfe der Engelbrecht Lasertechnik GmbH schnüren will. „Wir brauchen gut ausgebildete und innovative Ingenieure. Dieses Rennwagenprojekt an der Hochschule Osnabrück beinhaltet den wichtigen praktischen Teil der studentischen Ausbildung. Und das werden wir auch weiterhin tatkräftig unterstützen“, betont Ralf Ossenschmidt-Engelbrecht, Geschäftsführer der Engelbrecht-Lasertechnik GmbH – „gerade weil das IRTe-Vorhaben noch so viel Luft nach oben hat“.

Student Fabian Sundermann, Mitarbeiter im Ressort Rahmen des Ignition Racing Teams an der Hochschule Osnabrück (Foto oben links), holte die bei der Engelbrecht Lasertechnik GmbH produzierten Rohre und Halter ab und bedankte sich bei Engelbrecht-Mitarbeiter Tobias Jahnke für die wertvolle technologische Unterstützung. Anschließend wurden die 116 Rohre und über 100 Halter am Rahmen und im ganzen Fahrzeug verbaut (kleines Foto links). Von der hochkomplizierten Technik ist am fertigen E-Renner (kleines Fotos rechts) unter der roten Verkleidung nichts mehr zu sehen.

Puzzlearbeit: Stück für Stück bauen die angehenden Ingenieure im Ignition Racing Team der Hochschule Osnabrück die einzelnen Komponenten an den inzwischen zusammengesetzten Gitterrohrrahmen an.

Geschafft: Das Ignition Racing Team der Hochschule Osnabrück ist stolz auf die Entwicklungsarbeit eines Rennwagens mit Elektromotor. Im nächsten Jahr will man auf diesem Gebiet ganz vorn mitmischen.

Rennwochenwochenende auf dem Hockenheimring: 109 Teams mit insgesamt rund 2.700 Studenten aus 25 Ländern gingen hier mit ihren Boliden an den Start, um im Wettbewerb auf der Strecke die Praxistauglichkeit ihrer Entwicklungen zu testen.
Fotos: IRT Osnabrück / Text: Dennis Poggemann und Andreas Tönnies